
Hi! Ich bin Dominik, Musiker und Kulturwandler.
Wenn ich aus 25 Jahren als Komponist, Pianist und Sänger eines mitnehme, dann das:
Berührende Musik zu machen, heißt, berührbar zu sein.
Viele musikalische Herausforderungen – etwa das Lampenfieber oder die Angst vor dem weißen Blatt – haben mich im Laufe der Jahre zurückgeworfen auf meine eigene Gefühlswelt. Und wenn ein Song richtig gut ist, dann deshalb, weil ich vor Freude tanzen will, weinen muss oder Gänsehaut habe. Berührbar zu sein heißt aber auch, mitzubekommen, was in der Welt passiert. So hat mich in letzter Konsequenz die Musik zur Beschäftigung mit meinen Weltgefühlen geführt.
Meine Lebensreise
Als Teenager entdeckte ich, dass ich meine Gefühle am besten in Musik verpacken konnte. Die Lust am Geschichtenerzählen trieb mich von Anfang an in Richtung Filmmusik und Songwriting. Mein erstes musikalisches Zuhause fand ich im Bachelor Komposition an der Kunstuniversität Graz, bevor ich mich endgültig der Filmmusik zuwandte, Filmkomposition an der Filmakademie Baden-Württemberg studierte und meine ersten Schritte als Liedermacher ging, u.a. unterstützt durch Fola Dada und Alina Gause. Das Klavier und mein Homestudio waren für mich der Raum, in dem ich alles fühlen, erträumen und kreieren konnte.
Jeder weitere gelebte Traum bewirkte aber auch eine Veränderung in mir. Was ich zunächst als unvermeidliches Lebensgefühl akzeptiert hatte – eine „Filmmusik“ aus Einsamkeit, Ohnmachtsgefühlen und unterdrückter Wut – fiel mir mit Mitte Zwanzig auf die Füße. Ich konnte und wollte meinen emotionalen Rucksack nicht länger ignorieren. So kam eins zum anderen, und ich stand bald darauf im Rage Club als einer von 20 Teilnehmer*innen, und schrie mir die Seele aus dem Leib.
Das war der Startschuss für meine Beschäftigung mit Possibility Management nach Clinton Callahan. Die Erfahrung, meine Wutkraft, meine Angst, meine Traurigkeit und meine Freude ganz zuzulassen und zu navigieren, veränderte mein Leben. Meine Beziehungen wurden tiefer, meine Schritte wagemutiger. Auch auf der Bühne hatte ich ganz neue Flow-Erlebnisse. Und ich absolvierte das Rage Club Spaceholder Training bei Eva Daubert und Oliver Arnold, um selbst Gefühlsräume halten zu können.
Unterdessen war eine Menge passiert: Corona, der Ukraine-Krieg, der globale Backlash der Autokratien. Die zunehmende gesellschaftliche Spaltung war nicht mehr zu übersehen. Ein Teil meiner bislang unterdrückten Gefühle und Emotionen hatte auch mit dieser kollektiven Entwicklung zu tun. Mit neu gewonnenem Forscherdrang machte ich mich auf die Suche nach Menschen, die sich mit solchen weltbezogenen Gefühlen befassen, und stieß dabei auf die Tiefenökologin Joanna Macy.
„Wir glauben, so zerbrechlich und klein zu sein, dass es uns in Stücke reißen würde, wenn wir es uns erlauben, unsere Gefühle über den Zustand der Welt anzuschauen. Wir fürchten eine tiefe Depression oder Lähmung. Tatsächlich ist das Gegenteil richtig.“
Interview mit Joanna Macy in „Ursache/Wirkung No. 128: Verbundenheit“
Inspiriert von Macys Vermächtnis – und angeregt von meinen Erfahrungen im Kontext von Possibility Management – habe ich neue Formate entwickelt, um selbst handlungsfähig zu bleiben und einen Beitrag zum Wandel zu leisten. Kern meiner Arbeit ist der Unterschied zwischen Gefühlen und Emotionen:
Gefühle
- entstehen im Moment und beziehen sich auf die aktuelle Situation
- dauern nur ein paar Minuten und hören auf, sobald du sie zu Ende fühlst und/oder zum Handeln nutzt
- gibt es in vier Kategorien: Wut, Angst, Traurigkeit und Freude
- sind von dir für dich
- enthalten Energie und Information, die du zum Handeln brauchst
- können gleichzeitig auftreten, aber vermischen sich nicht. Sie haben eine klare Richtung
Emotionen
- sind unvollendete Gefühle und beziehen sich auf die Vergangenheit
- sind im Körper gespeichert und werden so lange ausgelöst („getriggert“), bis du sie zu Ende fühlst
- gibt es in vier Kategorien: Wut, Angst, Traurigkeit und Freude
- sind von dir für dich
- enthalten Energie und Information, die du zum Heilen brauchst
- können sich vermischen (z.B. zu Resignation, Hass, Verzweiflung, Übermut, Schadenfreude, Nostalgie, Schuld, Verachtung, Neid, Gier, Lähmung…) und dir die Orientierung nehmen
Dieser Unterschied ist der entscheidende Schlüssel für klares, authentisches Handeln. Ihn zu leben heißt, radikale Verantwortung für deine Gedanken, Gefühle und Handlungen zu übernehmen.
Fühlst du, dass die Welt dich etwas angeht?
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